Verbindung zur katholischen Filmarbeit

Aus den Filmproduktionen der letzten Jahre ragt vor allem Volker Schlöndorffs „Der neunte Tag" (2004) heraus, der ein eindrucksvolles Priesterporträt bietet. Die Geschichte des luxemburgischen Pfarrers Henri Kremer (Ulrich Mattes), der wegen des Todes seiner Mutter für neun Tage aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen wird und der von einem Gestapo-Mann für die Ziele der Kirchenpolitik der Nationalsozialisten eingespannt werden soll, geht zurück auf die Tagebuchaufzeichnungen eines Priesters, der mit der katholischen Filmarbeit eng verbunden ist. Abbé Jean Bernard (1907-1994) war Generalsekretär der internationalen, katholischen Filmorganisation OCIC von 1993 bis zur zwangsweisen Schließung des Brüsseler Büros durch die Gestapo im Jahr 1940. Nach dem Krieg war er dann von 1947 bis 1972 Präsident der OCIC (heute: SIGNIS). Schlöndorff, der 1971 beim Filmfestival in San Sebastian für seinen Film „Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kombach" den OCIC-Preis erhielt, hatte Bernard damals noch persönlich kennengelernt.

Dr. Peter Hasenberg