Padre Domingo

Einblicke in die Arbeit eines Priesters in Lateinamerika

portrait_domingo1.jpgPadre Domingo ist Priester einer ausgedehnten Landpfarrei in Guatemala. Aufgewachsen als Sohn einer einfachen Bauernfamilie, ist ihm das harte Leben der Menschen in den abgelegenen Dörfern vertraut. Er ist einer von ihnen und gerne in Gesellschaft. Das schönste am Priesterberuf ist für ihn, „bei den Leuten zu sein".

Seit 18 Jahren ist Padre Domingo Buezo (44) schon Priester. Die meiste Zeit war er Pfarrer in der Kathedralpfarrei von Zacapa; zwei Jahre hat er in Rom Pastoraltheologie studiert. Dann wurde er nach Ipala geschickt. Hier warteten zahlreiche Aufgaben auf Padre Domingo: Er ermutigte die Gemeinden, ihre Kapellen neu zu errichten - wie hier in Chaparroncito - und wurde dabei von Adveniat unterstützt. Er bildete Ehrenamtliche als Gemeindeleiter und Katecheten aus und sorgte für die Betreuung der Alten und Kranken.

30 Dörfer gehören zur Pfarrei von Padre Domingo - außer seiner Kleinstadtgemeinde in Ipala. Wenn er alle einmal im Monat besuchen will, muss er organisiert vorgehen. Ein ausgeklügelter Monatsplan hilft dabei. Einen Tag in der Woche versucht Padre Domingo auszuspannen und neue Kraft zu schöpfen. Dazu fährt er gern an die nahe gelegene Küste oder in die Berge.

Kinderkatechese halten normalerweise die Ordensschwestern. Doch heute kommt Padre Domingo in Chaparroncito zu Besuch und wird gleich eingeladen, mitzusingen: „Hebt die Hände, hüpft zu Ehren Gottes" - der Padre ist sich nicht zu fein, um mitzumachen ... „Aufsteigen - Ihr passt auch noch rein!" Was wäre der Padre ohne seinen Pickup, den Adveniat mitfinanziert hat. Auf der Ladefläche ist Platz für Menschen und Material. Leer fährt er zuhause los, voll beladen kommt er im Dorf zum Gottesdienst an - zurück ist es umgekehrt. Wer in Guatemala als Priester auf die Dörfer fährt, braucht ein robustes Fahrzeug mit Vierradantrieb, vor allem in der Regenzeit.

portrait_domingo2.jpgEs riecht noch neu in der Kirche von Chaparroncito, die im wahrsten Sinn des Wortes auf Fels gebaut ist. Man konnte die großen Brocken nicht aus dem Weg räumen. Die frühere Dorfkapelle war verfallen, bis Padre Domingo die Menschen motivierte, einen Kirchbau zu beginnen. Aber hier wird nicht nur Gottesdienst gefeiert. Einmal pro Woche rattern die Nähmaschinen. Dank dieses Kurses stehen die Frauen auf eigenen Füßen und leisten einen wichtigen Beitrag zum Familieneinkommen.

Katechet Antonio Soto hält regelmäßig Wortgottesdienst. Zu diesem Engagement hat ihn Padre Domingo ermutigt und eigens ausgebildet. Meist bringt Señora Yolanda (im Hintergrund) die Krankenkommunion; diesmal hat sie alles für den Besuch des Priesters vorbereitet - ein weißes Tischtuch, Rosen aus dem eigenen Garten. Die 83 Jahre alte Señora Catalina wartet auf einer Strohmatte vor der Tür ihrer Lehmhütte: Wie schön, dass heute Padre Domingo selbst kommt! Und Padre Domingo ist glücklich, wenn er Zeit findet für Alte und Kranke. Padre Domingo hat viele Aufgaben, vor allem aber ist er Seelsorger. Im Gottesdienst verkündet er den Menschen die frohe Botschaft des Evangeliums - mit großer Ruhe und starker Stimme. Ihm ist wichtig: „Evangelisieren - aus Getauften bekennende Christen machen", darum gehe es heute, damit die Menschen in ihrem Leben das bezeugen,
was sie glauben.

 

Hilfe, die ankommt - herzlichen Dank dafür

Padre Domingo bedankt sich in einem Brief bei den Menschen, die die Patenschaftsaktion unterstützen.

„Liebe Freunde in Deutschland!

Ich grüße Sie voller Freude aus meinem Heimatland Guatemala ...
Wenn ich Sie auch nicht persönlich kenne, so möchte ich mich doch herzlich
bedanken für Ihre Hilfe bei der Ausbildung der zukünftigen Priester über die
Patenschaftsaktion.
Diese Ausbildung hat in mir und meinen Brüdern im Priesteramt Spuren fürs
ganze Leben hinterlassen. Von dieser soliden Ausbildung hängt unser guter
Dienst an den Menschen ab, besonders an den Armen ...
Ich möchte Sie bitten, das Seminar weiterhin zu unterstützen, denn unsere
Kirche hat noch nicht die Mittel und Wege gefunden, die finanzielle Verantwortung
für das Seminar vollständig zu übernehmen. Die Seminaristen leben
hier sehr bescheiden, sie haben keine Autos oder andere Annehmlichkeiten
wie in Europa. ...
Bitte, bleiben Sie weiter solidarisch mit uns. Ich grüße Sie geschwisterlich,
Padre Domingo Buezo Leiva"

Michael Brücker, Adveniat