Priester in der Auslandsseelsorge

„Beten und Rechnen gehören zu den beiden Dingen, die man am längsten in der Muttersprache tut", so hört man immer wieder von Deutschen, die für einige Jahre oder dauerhaft im Ausland leben. Die Erfahrung zeigt, dass gerade im Ausland das Bedürfnis nach muttersprachlicher Seelsorge besonders groß ist. In der Fremde „Heimat im Glauben" zu finden ist oft auch für Menschen, die daheim nur noch einen lockeren oder gar keinen Kontakt zur Kirche hatten, eine wichtige und zentrale Erfahrung. Die im Auftrag des Katholischen Auslandssekretariates weltweit tätigen Priester vermitteln Menschen in fremden Kulturen und Sprachregionen diese Heimat. Dies verlangt die Fähigkeit, den priesterlichen Dienst auch unter schwierigen Bedingungen wahrzunehmen. Denn oft lebt man in einem nichtchristlichen Umfeld, die Gläubigen wohnen weit auseinander und der nächste deutschsprachige Mitbruder lebt viele Flugkilometer entfernt. Menschen in dieser schwierigen Situation seelsorglich begleiten zu können, ist aber auch eine besonders bereichernde Dimension des Priesterseins, denn man erlebt sehr unmittelbar, was es bedeutet, den Glauben zu leben.

Pfarrer Peter Lang
Leiter des Katholischen Auslandssekretariats
der Deutschen Bischofskonferenz