Priester in der Caritas

„Seid ihr bereit, den Armen und Kranken beizustehen und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen?“ Diese Frage aus der Liturgie der Priesterweihe greift den Dienst des Diakons auf, zu dem jeder Priester bereits geweiht ist. Von daher ist jeder Priester durch die Diakonen- und die Priesterweihe zusammen mit der Liturgie und der Verkündigung zum Dienst am Menschen, zum Dienst in der Caritas berufen. Eine besondere Form davon ist die verbandlich organisierte Caritas.

Die Arbeitsfelder für Priester in den Caritasverbänden mit ihren Einrichtungen und Diensten sind so vielfältig wie die Caritas selbst. Sie können als Seelsorger tätig sein, Leitungsfunktionen übernehmen und in Gremien mitarbeiten. In einigen Bistümern gibt es spezielle Caritaspfarrer für die Begleitung der in den sozialen Berufen tätigen ehrenamtlich und beruflich Mitarbeitenden. Allen Arbeitsfeldern gemeinsam ist, dass es darum geht, die Caritas der Kirche und damit den Dienst am Nächsten mit zu gestalten. Herzensbildung und berufliche Kompetenz benennt Papst Benedikt XVI. als wichtigste Voraussetzungen für diesen Dienst (vgl. Deus Caritas est Nr. 31). Neben diesen Fähigkeiten ist aber vor allem die Bereitschaft notwendig, sich auf die Menschen und ihre Lebenswelten einzulassen.

Prälat Dr. Peter Neher,
Präsident des Deutschen Caritasverbandes